Montag, 30. September 2013

Knit Night


Dabei geht es nicht um ein Stricktreffen, sondern um eine Anleitung für ein Tuch, das so einfach ist, dass man es während eines Stricktreffens stricken kann und bei dem man sich trotzdem noch unterhalten kann.

Die Anleitung ist von Louise Zass-Bangham und ich durfte sie teststricken. Eigentlich war es die Katze im Sack, denn als ich zugesagt hatte, für sie Testzustricken, wusste ich nicht wirklich, was auf mich zukommt. Als ich dann die Anleitung hatte, noch ohne Foto, da die Designerin die Anleitung selbst noch nicht fertig gestrickt hatte, war ich zunächst enttäuscht.

Ein einfaches flaches Dreieckstuch in kraus rechts mit kleinen Picots am Reihenanfang. Aber ich hatte kurz vorher einen einsamen Multicolorstrang in Sockengarnstärke in der Hand, schon gut abgelagert, aber nie das passende Projekt für ihn gefunden, und wusste auf einmal, jetzt war seine Zeit gekommen. 
Ich habe dann statt vor der Abschlusskante eine Reihe Löcher zu stricken, diese weggelassen und stattdessen einen Picotabschluss gewählt. Mein Tuch ist 2,16m lang und 28cm tief geworden und lässt sich gut um den Hals wickeln oder locker als Accessoire drapieren.
Louise hat ihre Anleitung, die schon die Option beinhaltete Perlen einzustricken, um die Variante mit dem Picotabschluss erweitert. Das Tuch lässt sich auch gut in anderen Garnstärken stricken.
Also Ende gut, alles gut.

Sonntag, 29. September 2013

Neulich in Hamburg


Ende August waren wir nach ein paar Jahren mal wieder in Hamburg. Ich weiß auch nicht woher das kommt, aber ich fühle mich jedes Mal dort wie zu Hause. 
Vielleicht liegt es daran, dass wir meist in dem Bereich Schanze und Eimsbüttel wohnen, dort ist alles recht unkonventionell und es ist eine gute Mischung aus alternativem Leben und Internationalität, einfach urban. Nette kleine Läden für Klamotten und Schnickes, Kneipen, Cafés, Obst- und Gemüsehändler, Bäcker, ein toller Metzger, einfach alles da, was das Herz begehrt.
Dieses Jahr hatten wir für eine Woche eine Ferienwohnung in der Lindenallee. Anlass unseres Besuchs war die Ikebanaausstellung des Ikebana Bundesverbandes auf der IGS in Wilhelmburg. Von der IGS selbst war ich ein wenig enttäuscht, vielleicht bin ich auch von früheren BUGAs verwöhnt, aber insgeheim vergleicht man doch.
Ich habe mit zwei Ikebanafreundinnen gemeinsam ein Arrangement mit dem Thema „… wo der Pfeffer wächst“ aufgebaut. Damit wollten wir einerseits Hamburg mit seinem Hafen als Umschlagplatz für Gewürze, hier rosanes Pfeffer, und dem im Arrangement verwendeten Kelp (Algen) die Lage als Tor der Welt zum Meer aufgreifen. Als weiteres Material diente roter und grüner Amaranth, den wir morgens frisch auf dem Hamburger Großmarkt gekauft hatten.
Neben unserem modernen Arrangement der Sogetsuschule, waren auch klassische Arrangement der Ikenoboschule, Saga Goryu Schule, Oharaschule zu sehen sowie für die meisten Besucher ungewöhnliche Arrangements der StuttgarterSchule.
So eine Ausstellung zu planen und durchzuführen ist immer eine Menge Arbeit, aber macht immer wieder Spaß.

Donnerstag, 19. September 2013

Fanø, ich komme


Heute am späten Abend geht es wieder mit dem Nachtexpress zum Strikkefestival nach Fanø. 

Das Strikkefestival wird von der Strickdesignerin Christel Seyfarth die in Nordby auch ein Ladengeschäft hat, organisiert. Es findet alle zwei Jahre am dritten oder vierten Septemberwochenende statt. 

Es gibt Orte mit Verkaufsständen, in der Schule und im Forsamlingshus in Sonderho und dieses Jahr erstmals auch im "Strien" in Nordby. Dieses Jahr gibt es zwei Ausstellungen, zum einen Modelle von 3 Strickdesignerinnen, Annette Danielsen, Susie Haumann und Rachel Søgaard, im Rådhus Salen in Nordby und zum anderen experimentelle Werke von Künstlern und Designern des LAB 12 im Forsamlingshus in Rindby.
Außerdem gibt es über einige Örtlichkeiten auf der Insel verteilte halbtägige und ganztägige Workshops, zumeist in dänischer, aber auch ein paar in englischer oder deutscher Sprache. Man sollte sich aber bei interessanten Themen nicht davon abschrecken lassen, wenn man kein Dänisch versteht, die Workshopleiterinnen und Teilnehmerinnen helfen gerne.
Ich fahre jetzt schon zum dritten Mal hin. Das erste Mal sind wir durch einen Blogeintrag von Tichiro darauf aufmerksam geworden und zu viert dorthin gefahren. Es hat es uns so gut gefallen, dass wir nun jedes Mal wieder zu sechst hinfahren. Wir haben ein wunderschönes Haus  in den Dünen für eine Woche und haben so nach 3 trubeligen Tagen noch 4 sehr erholsame Tage zum Entspannen, für lange Spaziergänge und Zeit zum Schwätzen und Stricken.
Das ist eine wunderschöne Auszeit zum stressigen Alltag.

Mittwoch, 18. September 2013

To swirl or not to swirl

Diese Frage habe ich mir lange gestellt, aber wie man am Foto sehen kann, habe ich mich letztendlich doch dazu entschieden, einen Swirl zu stricken.

Ich hatte das Buch letztes Jahr schon zum ersten Mal in der Hand, als es eine Freundin zum Stricktreff mitgebracht hatte. Ich hatte es mir nur flüchtig angeschaut, die meisten Modelle hatten mir auf den ersten Blick nicht sonderlich gefallen, was vor allem an den verstrickten Garnen lag. Außerdem dachte ich, der Schnitt und meine Figur sind nicht kompatibel und so eine dicke, warme Jacke ziehe ich eh nicht an.

Bei der zweiten Möglichkeit mir das Buch etwas genauer anzuschauen, habe ich festgestellt, dass es 4 verschiedene Schnitte gibt, die sich in der Grundform, rund oder oval, und der Position der Ärmel, mittig oder oberhalb der Mitte, unterscheiden. Für mich ist die ovale Form mit Ärmeln oberhalb der Mitte optimal, da diese Form einen nicht so großen Kragen hat und die Ärmel schmal sind.

Hier gibt es gute Fotos, an denen man zwei der vier Schnitte in verschiedenen Größen an Frauen mit ganz unterschiedlichen Figuren sehen kann, finde ich sehr hilfreich.

Blieb immer noch das Problem, das richtige Garn zu finden, mit dem die Jacke auch für mich tragbar wird. Und im April hat dann meine liebe Freundin Marion aus Berlin, einen Swirl aus Malabrigo Rastita, einem leicht angefilzten reinen Merinogarn mit 285 Metern/ 100 Gramm, gestrickt und ich durfte ihn in Linstow anprobieren. Ich war begeistert, es passte wie angegossen und schmeichelte der Figur, nur die Ärmel hätte Marion für mich etwas länger stricken müssen ;-)

Ich hatte gleich das Garn bestellt, es reichen 500 Gramm, es haben sich jedoch andere Projekte dazwischen gedrängelt, aber jetzt ist er sowas von dran.

Das perfekte Herbstprojekt!

Dienstag, 17. September 2013

Yarn Camp


Manchmal hat es auch Vorteile in der Mitte Deutschlands zu wohnen.

Am Samstag fand das erste YarnCamp, von Rebecca, Sara, Romy und Lutz  organisiert, in Frankfurt im Haus des Buches statt.
Wie der Name schon sagt, ging es hier um Wolle, aber nicht wie bei Ravelrytreffen bzw. Wollfesten üblich mit Schwerpunkt Verkaufsveranstaltung, sondern als sogenanntes Barcamp.

Für mich auch eine neue Form des Austauschs, die mir gut gefallen hat. In der Einführungsrunde mit ganz kurzer Vorstellung der Teilnehmer wurden innerhalb einer Stunde 18 Sessions geplant und auf die drei vorhandenen Räume verteilt. Zwischen den 45 minütigen Sessions, die von den Teilnehmern teils im voraus geplant waren und teils spontan angeboten wurden, sollte es 15 Minuten Pausen geben - theoretisch. Denn meist waren wir so in Diskussionen vertieft, dass wir die Zeit vergaßen.

Die Themen waren vielfältig und neben handarbeitsorientierten Themen waren auch verwandte Themen wie Fotografieren und Social Media vertreten.

Für mich waren vor allem die beiden Sessions der Sponsoren Frech-Verlag, der Einblick gab, wie man ein Buch bei ihnen veröffentlichen kann, und des OZ-Verlages, der Beispiele für Anleitungen in den unterschiedlichen Publikationen zeigte und umfangreiches Feedback der Teilnehmer einsammelte, interessant. Es wurde auch deutlich, dass es immer noch den Medienbruch zwischen Printmedien und dem Internet gibt. Aber die Verlage arbeiten daran, man darf gespannt sein.

Die Veranstaltung war sehr gut organisiert und durchgeführt, das Catering war erste Sahne und die Sponsoren, Lana Grossa, OZ-Verlag, Frech-Verlag, DaWanda, Coats, Stoffwelten.de, simply stricken, O'Reilly Verlag, Innocent, sonntagmorgen.com, Ewas Sockenwolle, haben sich mächtig ins Zeug geworfen und alle konnten noch reichlich Taschen, Wolle, Nadeln, Zeitschriften etc. mit nach Hause nehmen.

Es war ein toller Austausch zwischen den Teilnehmern und Sponsoren und ich habe den Tag sehr genossen, aber am Ende war ich wirklich platt, es waren viele neue Eindrücke.
Der Erfolg hat den Organisatoren recht gegeben - ja, wir brauchen ein Yarn Camp, und nächstes Jahr wird sogar über eine zweitägige Veranstaltung, wieder in Frankfurt, nach gedacht.

Und ich werde wieder dabei sein. Zum Fotografieren bin ich diesmal nicht gekommen, gelobe aber Besserung.

Dienstag, 10. September 2013

Bloody Mary


Mein neues leichtes Jäckchen hat den Namen nicht vom gleichnahmigen Cocktail, sondern nach der Garnfarbe 0-rh-negativ des Wollmeise Lacegarnes bekommen. Der Arbeitstitel der Designerin Maria-Theresia aus Salzburg war Grünfink Lace Cardigan, das passte nun so gar nicht zu meinem Jäckchen.
Die Anleitung, die Juneberry Cardigan heissen soll, ist noch nicht veröffentlicht, aber ich darf schon Fotos zeigen.

Es wird mit einem provisorischen Anschlag in der hinteren Kragenmitte begonnen und dann nach dem beide Kragenteile die passende Länge erreicht haben, werden weitere Maschen aus der einen Längsseite aufgenommen und dann als Raglan von oben mit den Blenden rechts und links nach unten gestrickt.

Die Anleitung beschreibt eine A-Linie, aber da ich überwiegend Röcke trage, habe ich mein Jäckchen etwas kürzer gestrickt, tailliert und ihr ein Schößchen verpasst. Es ist ein Leichtgewicht von nur 260 Gramm geworden.

Und ich bin happy mit dem Ergebnis und hoffe, es noch ein wenig tragen zu können, bevor es endgültig zu kalt dafür wird.

Donnerstag, 5. September 2013

Betta ist schuld



Bei meinem Besuch in Hamburg letzte Woche war ich natürlich auch bei Mylys. Ich wollte dort Wolle kaufen für die Penelope Cardigan, die ich während des Autumn KALs von Joji Locatelli stricken will.

Leider habe ich kein passendes Garn in der von mir gewünschten Farbe bekommen. Aber Betta hat mir die beiden neuen Farben von Schoppel Gradient gezeigt und was soll ich sagen, die Farbe Pustekuchen ist ja so was von meins... Also habe ich 2 Knäuel gekauft. Das Garn hat eine Lauflänge von 260m/100g und ist mit der sogenannten Reggae-Walktechnologie behandelt. Es hat einen langen Farbverlauf und kommt wie die Zauberbälle in einer locker gewickelten Kugelform daher.

Ich mag diese langen Farbverläufe, aber ich finde, man muss das auch bei der Auswahl der Anleitung berücksichtigen und ein kleines Restrisiko bleibt immer, wenn man das Garn noch nicht kennt. So ging es mir auch und ich habe mich nach etwas längerem Stöbern bei Ravelry für den Shawl Imagine When von Joji entschieden. Durch die unterschiedlichen Segmente aus verkürzten Reihen könnte das ganz nett werden.

In der Anleitung sind als Materialverbrauch 457 Meter eines Garns in Sockenwollstärke mit Nadelstärke 4mm angegeben. Mein Garn war dicker, ich hatte auch ca.15% mehr Lauflänge und ich habe deshalb mit 5mm Nadeln gestrickt. Es hätte so schön sein können, aber durch die dickeren Nadeln habe ich doch mehr Garn verbraucht als gedacht und hatte vor der letzten Section nur noch 41 Gramm.

Da mir nun klar war, dass das Garn nicht reichen wird, habe ich das letzte Segment flacher gestrickt, in dem ich in jeder Reihe eine Masche früher gewendet habe, als die Anleitung es vorgesehen hat. Das hat zum Glück geklappt und mein Shawl ist nach kräftigem Spannen auch 1,85m lang und 55cm tief geworden.

Alle Modifikationen und den Verbrauch für die einzelnen Segmente habe ich wieder im Projekt dokumentiert. 

Ich bin total happy mit dem Ergebnis und stürze mich jetzt wieder auf meine etwas vernachlässigten WIPs.