Samstag, 31. August 2013

Schon Herbst?


Im Moment zum Glück noch nicht, aber ich bin schaltechnisch schon gerüstet.

Dieser tolle Shawl von Yoko Johnston heisst Lin-Lin Shawl und wird im Original aus Cascade 220 gestrickt, einem reinen Wollgarn mit 200 Meter Lauflänge auf 100 Gramm. Es gibt über 100 Farben davon, nicht alle, aber einige davon hat zum Beispiel auch Mylys in Hamburg, da fällt die Entscheidung schwer.

Ich habe ihn aus einem schottischen Garn gestrickt, Old Maiden Aunt Bluefaced Leicester DK, und bin mit 250 Gramm bei 5mm Nadeln hingekommen. Mein Schal ist 2m lang und 43cm tief, das sind im Moment meine bevorzugten Maße für einen Schal.

Der Schal ist recht kurzweilig zu stricken: Der erste Teil ist ein 3/3 Rippenmuster mit verkürzten Reihen, der zweite Teil ist ein Lochmuster mit diagonal angeordneten Löchern und der dritte Teil läuft in einer gemäßigten Rüsche aus. Was mir gut gefällt, ist, dass die Muster nicht stumpf aneinander gesetzt sind, sondern in einander übergehen, sehr schön gedacht.

Jetzt geniese ich noch weiter die restlichen Spätsommertage und mache Strickpläne für den Herbst.


Sonntag, 25. August 2013

Window to my soul


Ein sehr poetischer Name für ein Strickjäckchen. Ich war bisher bei der Namensgebung für meine Anleitungen nicht sonderlich kreativ, sondern habe meist die Farbe des verwendeten Garns mittels Online-Übersetzungsprogramm ins Japanische übersetzt. Ich bewundere alle, die in diesen Dingen kreativer sind, aber ich schweife vom eigentlichen Thema ab.

Das Design meines neuesten Jäckchens ist mal wieder von Joji Locatelli, einer meiner Lieblingsdesignerinnen. Es ist ein Raglan von oben mit einem hübschen Lacemuster, das in der Anleitung komplett durch Strickschriften dargestellt ist. Der Ausschnitt wird durch verkürzte Reihen geformt, das ist wirklich clever gelöst. Und genau das ist es, was mir an Jojis Anleitungen gefällt; sie macht sich wirklich jedesmal neue Gedanken und die neuen Anleitungen sind nicht einfach nur ein Ausguss von Bewährtem.

Ich habe das Lacemuster etwas verlängert, damit die Trennlinie nicht gerade über der Brust liegt und habe auch etwas weniger Maschen für den glatt rechten Teil des Körper zugenommen. Dies einerseits, weil ich nicht aussehen wollte wie schwanger und andererseits, weil ich aus meinen 1200 Metern lieber längere Ärmel haben wollte. Sie sind 27cm ab Armausschnitt geworden und bedecken an der Aussenseite meine Ellbogen, das finde ich perfekt.

Das Garn, Top Draw Socks von Skein, einer australischen Handfärberin aus 85% Merino und 15% Nylon, ist unglaublich weich und ich hatte etwas Probleme, dieses Garn mit meinen geliebten Chiaogoo Red Lace Nadeln zu verstricken, weil es so rutschig war. Das war sicher nicht das letzte Mal, dass ich dieses Garn verwendet habe.

Alle Details zu meinem Jäckchen gibt es hier.

Montag, 19. August 2013

grammgenau


Mittlerweile gibt es einige Anleitungen, die den Garnverbrauch für verschiedene Sektionen, vor allem bei Tüchern, in Prozentwerten angeben. Das ist praktisch, da man nicht immer das Garn verwenden will, mit dem die Designerin gestrickt hat, und man so sehr flexibel agieren kann.

Dazu ist es aber unerlässlich, den Strang zu Beginn und zwischendrin zu wiegen, da es nicht praktikabel ist, die entsprechenden Meter abzumessen.

Wenn ich zu Hause bin, ist das in der Regel auch kein Problem mit unserer digitalen Küchenwaage, aber das Teil zu Stricktreffen oder Strickurlauben mitzunehmen ist unpraktisch und der daheim verbliebene Koch hat mir hierzu auch mitunter schon mal die rote Karte gezeigt.

Also war es an der Zeit mir eine nette Waage zuzulegen, die immer im Strickbeutel bleiben kann. Und kürzlich habe ich sie auch gefunden: Die Tri Scale von Joseph Joseph. Wiegt grammgenau und lässt sich, wenn sie nicht gebraucht wird, klein zusammenfalten, perfekt für meine Anforderungen.

Dienstag, 13. August 2013

Knitting Architecture

Fotos: P.Lathey, IMB
Beim Googlen nach einem neuen Strickbuch gleichen Namens, bin ich zufällig auf diesen Blog gestosssen und war sofort begeistert. Ich finde es Klasse, Dinge, die absolut nichts mit Stricken zu tun haben, in dieser Technik umzusetzen. 

Begonnen hat die Strickerin mit römischen Säulen mit Ionischen, Dorischen und Korinthischen Kapitellen. Besonders das filigrane Korinthische Kapitell finde ich Klasse. Dann ist sie ins 20. Jahrhundert gewechselt und hat ein Hochhaus von 1966 gestrickt.

Das letzte Werk ist das Gherkin Building von Norman Foster in London. Im Blog kann man den Entstehungsprozess verfolgen und sieht wieviel Arbeit darin steckt.

Ich habe es leider nicht so mit Filigranarbeiten.

Freitag, 9. August 2013

Zäh, zäher, Magma


"Magma (grμάγμαmágma; dt. „geknetete Masse“) heißt die Masse aus Gesteinsschmelze, die in Teilen des oberen Erdmantels und der tieferen Erdkruste vorkommt. Die Fließfähigkeit des Magmas ist die Ursache des Vulkanismus und hat eine große Bedeutung für die Gesteinsbildung, da sich aus dem erstarrenden Magma die magmatischen Gesteine oder Magmatite bilden." sagt Wikipedia.

Und so heisst auch die Anleitung meines DauerWIPs und jetzt weiss ich auch warum, das Stricken hat sich wie Kaugummi äh Magma gezogen. Aber jetzt ist die Stola endlich fertig. Gesehen und gekauft habe ich das Kit, Garn und Anleitung, beim Strikkefestival 2011 auf Fanø. Und dieses Jahr fahren wir wieder hin und dort will ich die Stola dann auch tragen.

Ich weiss nicht, warum ich mich so angestellt habe, es waren doch nur 1200 Meter und rechte und linke Maschen... OK, es macht keinen Spaß, einen rauen Lacefaden und einen Bindfaden, beide auf je einer Kone, zusammen zu verstricken, aber wenn man mal am Stück dabei bleibt, gehts eigentlich ganz fix. 

Jetzt bin ich jedenfalls froh, dass meine Magma fertig ist.

Mittwoch, 7. August 2013

Feine Lavendel-Panna-Cotta


Beim Lavendelzöpfeflechten sind mir leider eine Ganze Menge an Blüten abgefallen. Ich habe sie gesammelt, sie waren mir aber zu schade zum Wegwerfen.

Daraus ist dann dieser schnelle Nachtisch entstanden:

2 Blatt Gelantine in kaltem Wasser einweichen. 500g Sahne in einem Topf geben. Ca. 5g Lavendelblüten in ein kleines Zellstoffsäckchen geben und fest abbinden und zusammen mit 50g Zucker zur Sahne geben. Langsam erhitzen und etwa 15 Minuten leicht köcheln lassen. Lavendelsäckchen nach 5 Minuten rausnehmen, sonst kann es zu intensiv im Geschmack werden.
Den Topf vom Herd ziehen und die eingeweichte Gelantineblätter tropfnass in den Topf geben und unter Rühren vollständig auflösen.
In 4 kleine, kalt ausgespülte Förmchen füllen und im Kühlschrank 3-4 Stunden fest werden lassen.

Entweder pur genießen oder mit Beeren oder Schokoladensoße garnieren.

Montag, 5. August 2013

Duftende Lavendelzöpfe


Ich habe von einer lieben Freundin einen Strauss duftenden Lavendel aus ihrem Garten bekommen. Sieht schön in der Vase aus, aber ich hätte den Geruch gerne ein bisschen länger und habe mich erinnert, dass man daraus mit Satinband nette Sträusschen flechten kann.

Da ich mich nicht mehr richtig erinnern konnte, wie die eigentlich aussehen und wie man sie macht, habe ich mich im Netz schlau gemacht. Satinband in einigen Farben habe ich eh im Haus, also gleich losgelegt. Über die Anzahl der zu verwendenden Stängel habe ich unterschiedliche Angaben gefunden, aber eines war mir sofort klar, dass es eine ungerade Zahl sein muss.

Ich habe also je 13 Stängel etwas gesäubert und ordentlich nebeneinander gelegt und direkt unterhalb der Blüten mit dem Satinband festzusammengebunden und am kurzen Ende ca. 25cm hängengelassen. Das Ende wird zum Schluss gebraucht, um eine schöne Schleife zu binden.
Jetzt die Stängel direkt an dieser Stelle über die Blüten vorsichtig nach unten biegen, damit sie nicht brechen. Das geht nur mit frischen Stängeln, also erst an dem Tag ernten, an dem man sie auch direkt verarbeiten kann.

Nun das Satinband abwechsend fest unter und über die Stängel flechten, da sie beim Trocknen noch schrumpfen. Wenn man über alle Blüten geflochten hat, mit dem anderen Ende, das man im Inneren nach unten geführt hat, eine schöne Schleife binden. Zum Schluss alle Enden auf die gleiche Länge abschneiden.

Die Sträusschen kann man schön als Deko und zur Mottenabwehr im Kleider- oder Wollschrank verwenden.

Freitag, 2. August 2013

Chance of Showers


Das wünscht man sich angesichts der aktuellen Hochsommertemperaturen, aber nur in der Nacht versteht sich. Aber dies ist auch der Name des neuesten Designs von Heidi Kirrmaier. 

Ihre Fans werden sicher schnell erkennen, dass hier bekannte Elemente aus ihren anderen Designs auftauchen. Also Passenzunahme von Nanook + verkürzte Reihen von Vitamin D + ein neues Lacemuster = Chance of Showers. Da die anderen beiden Designs zu meinen meistgetragenen Jacken gehören, war auch schnell klar, dass ich diese hier auch unbedingt brauche.

Ich hatte auch zufällig noch 2 Stränge Wollmeise Pure in Neptun dark im Stash, also los auf Start. Meine Freundin Anke wollte das Jäckchen auch stricken, also haben wir im Zug auf der Fahrt nach Berlin damit angefangen. Zum Glück waren meine beiden Stränge stark übergewichtig, sie brachten stolze 332 Gramm auf die Waage und so hat es auch zu etwas längeren Ärmeln gereicht.

Ich bin sehr zufrieden mit meiner Chance of Showers nach dem ich meinen guten Freund, das Dampfbügeleisen mit Spezialschutzaufsatz für empfindliche Textilien, auf sie angesetzt hatte, denn das Lacemuster zieht sich arg in die Breite. Aber jetzt ist das Jäckchen auch lang genug.