Mittwoch, 31. Juli 2013

Kühlendes Leinen

Ich habe ja schon in meinen Berlinberichten von meinem neuesten Teststrick geschrieben und nach dem die Anleitung am Sonntag Abend veröffentlicht wurde, darf ich auch Fotos zeigen. Das Design ist wieder von Hanna Maciejewska und ich habe mich spontan in das Jäckchen verliebt, als ich es zum ersten Mal gesehen habe. Vor allem die Kombination der unterschiedlichen Muster und die schmalen Streifen in der Kontrastfarbe hatten es mir angetan.

Im Original ist das Jäckchen aus Madelinetosh Pashmina gestrickt, aber ich wollte was Sommerliches und habe mich für BC Garn Lino, ein reines Leinengarn mit 300m/100g entschieden. Ich habe mal wieder ein paar Anpassungen gemacht, aber das kennt ihr ja schon von mir.

Die Jacke ist nach der Contigous Methode in einem Stück von oben nach unten gestrickt. Obwohl ich mit meiner Same Same Jacke nicht zufrieden war, habe ich dieser Methode noch eine zweite Chance gegeben, aber diesmal auf die Maße geachtet.

Ich habe den oberen Körper in Größe 38" gestrickt und erst bei den Armlochzunahmen bis auf Größe 42" zugenommen und das war eine gute Entscheidung. Außerdem habe ich ein Drittel weniger Brustabnahmen gearbeitet, denn ich habe nicht so eine schlanke Taille. Bei meiner Körpergröße habe ich den gesamten Körper ein gutes Stück länger gestrickt, sowie die Ärmel bis zur Armbeuge.

Zwischendrin war ich mir etwas unsicher, ob mir das Jäckchen aus dem gewählten Garn gefällt, aber spätestens nachdem ich die Kontrastfarbe drangestrickt hatte, war ich wieder mit ihr versöhnt. Und auch die Knöpfe finde ich pefekt dazu. Dann habe ich das Jäckchen in der Waschmaschine gewaschen und jetzt fusselt das Leinen auch nicht mehr so wie beim Stricken und ist auch weicher geworden.

Jetzt bin ich wirklich happy mit meiner Pashmineh und Sommer haben wir ja auch reichlich im Moment.

Dienstag, 30. Juli 2013

Yarn Shopping quer durch Berlin


Ich hatte ja versprochen über unsere Tour durch Berlins Wollgeschäfte zu berichten.

Unser erster Weg führte uns am Donnerstag nach Friedrichshain zu wollen berlin in die Gärtnerstrasse. Garn unserer Begierde war ein dünnes Leinengarn in ca. 25 Farben mit einer Lauflänge von 300m/50g. Ich wollte es als Kontrastfarbe für mein Teststrick, dafür allerdings doppelt verstrickt. Die Wahl fiel auf eine Maschenprobe, die die perfekte Farbe hatte...aber leider gab es diese Farbe nicht mehr zu kaufen. Doch in hatte Glück im Unglück, denn die nette Besitzerin hatte noch einen Rest, den sie mir sogar geschenkt hat, das nenne ich Service. Interessant war noch ein Wollgarn namens New Jazz mit einem langen Farbverlauf ähnlich wie Kauni, aber einiges weicher. Insgesamt gibt es dort fast ausschließlich Litauische Garne. Einen Überblick erhält man im Onlineshop.

Der weitere Weg ging dann zum Prenzlauer Berg zu Loops in die Wörther Strasse. Dort gibt es neben Garnen der meisten bekannten Industriegarnhersteller auch überraschenderweise eine große Auswahl Nylonstrumpfhosen in allen möglichen und unmöglichen Farben. Das war jetzt vom Wollangebot nicht so das, was mich anspricht, aber das ist ja auch nicht unbedingt ein Maßstab.

Der Freitag begann in Kreuzberg mit dem Besuch bei Paul Knopf und dann ging es in die Mittenwalder Strasse zur Wolllust. Ein großer heller Laden mit überwiegend Lacegarnen, dem perfekten Garn für die schönen Lacetücher von Birgit Freier, von denen es dort eine große Anzahl zu Sehen und zum Anfassen gibt. Man kann auch alle Anleitungen einzeln ausgedruckt kaufen und es gibt eine kostenlosen Anleitung des Monats dazu. Ich verstricke nicht gerne Lacegarn, aber habe mir zwei Tuchanleitungen gekauft, die ich aus 4ply Garn stricken werde.

Nach einem Bummel durch die Bergmannstrasse haben wir in einer Seitenstrasse noch Needles & Pins entdeckt, einen schönen Laden in einem Souterain. Leider auch hier die üblichen Industriegarne, aber die Inhaberin ist Schneiderin und bietet auch noch Nähkurse an.

Am Samstag waren wir dann ums Eck in Mitte bei KNIT KNIT in der Linienstrasse. Ein hübscher kleiner Laden, der neben einer Wand mit Wollregalen auf der anderen Seite auch noch nette andere überwiegend handgearbeitete Dinge anbietet. Die Garnauswahl ist recht eingeschränkt, aber nicht uninteressant. Ich habe mir zwei Stränge Araucania Botany Lace gekauft. Ein reines Merinogarn, handgefärbt und sehr weich, wobei sich mir nicht erschließt, warum das Garn mit 420m/100g "Lace" heisst, ist es doch eher 4ply Stärke.

Anschließend waren wir in Wilmersdorf bei bouclé + café in der Nassaischen Strasse. Hier kann man sich  neben dem Wollekauf auch nett hinsitzen, stricken und einen guten Kaffee trinken. Das Sortiment reicht von Lang und Schulana über Noro und Debbie Bliss bis Holstgarn. Es sind auch einige hübsche gestrickte und gehäkelte Modelle zu sehen. Sehenswert ist im Laden auch ein gestricktes Modell des Ladens, das ein Stammkunde zum einjährigen Jubiläum des Ladens gestrickt und der Besitzerin geschenkt hat.

Den Abschluss bildete das Kunstgewerbehaus in Zehlendorf, das neben Papeterie, Spielen, Taschen, Porzellan, Tischdecken und anderen schönen Dingen, die alle mit viel Liebe ausgesucht und präsentiert sind, eine kleine Ecke mit Stoffen von Amy Butler auch eine feine Auswahl an Garnen von Debbie Bliss, Rowan, Isager und Zeelana hat. Im Garten dahinter ist ein sehr idyllisches kleiner Café, das zu den Öffnungszeiten des Ladens geöffnet ist.

Das ist nur eine kleine Auswahl an Wollgeschäften in Berlin. In Ravelry gibt es eine Liste mit 36 Wollläden im Umkreis von 25 Kilometern in und um Berlin.

Mein Lieblingswolldealer in Berlin ist Yarn over Berlin, die leider noch keinen Laden, sondern nur einen Onlineshop haben, aber gerne bereit sind, zu einem Treffen, Garne zum Anschauen und Kaufen mitzubringen. Dort habe ich Madelinetosh Merino light, Malabrigo Sock und Geilsk Bomuld og Uld erstanden.

Aber ich war noch bescheiden und habe nur 2 Anleitungen und 650g Wolle gekauft...

Montag, 29. Juli 2013

Schneller Sommerkuchen



Im Moment ist wieder Saison für Johannisbeeren, mein Lieblingsobst, das sich auch super zum Kuchenbacken eignet. Bei essen & trinken habe ich dieses leckere Rezept gefunden, das ich sehr empfehlen kann:
600 g rote Johannisbeeren vorsichtig waschen, von den Rispen streifen. 4 Eier mit 250 g Zucker und einer Prise Salz mit den Quirlen des Handrührers aufschlagen bis die Masse hellgelb ist und der Zucker vollständig aufgelöst ist. 400 g Mehl und 1 Päckchen Backpulver mischen, mit 375 ml Buttermilch unterrühren. Zwei Drittel der Johannisbeeren und mit etwas Mehl mischen damit nicht gleich alle Beeren im Teig auf den Boden absinken, vorsichtig unter den Teig heben. Teig auf ein mit Backpapier ausgelegtes tiefes Backblech streichen. Mit den übrigen Johannisbeeren bestreuen. Dann 100 g Kokosraspel und 100 g Zucker darüberstreuen. Im heißen Ofen bei 190 Grad auf der mittleren Schiene 30 Minuten backen. Den heißen Kuchen sofort mit 400 ml flüssiger Schlagsahne übergießen. 
Schmeckt am besten frisch, aber auch die Reste waren am nächsten Tag noch heiss begehrt.

Samstag, 27. Juli 2013

Das Paradies der Knöpfe


Wenn man gerne strickt wie ich oder näht, was ich nicht wirklich kann, der sollte in Berlin unbedingt zu Paul Knopf nach Kreuzberg gehen.

Ich hatte schon einiges über diesen Laden gehört, aber man muss ihn einfach selbst mal erlebt haben, er ist jeden Umweg wert. Sowohl Anke als auch ich hatten je ein fertiges Projekt, dem noch Knöpfe fehlten.
Bei der tollen Auswahl haben wir auch beide die passenden Knöpfe gefunden und es hat Spaß gemacht, diverse mögliche Knöpfe dranzuhalten und uns dann für die besten zu entscheiden.

Ich brauchte Knöpfe für mein aktuelles Teststrickprojekt, das neben de Hauptfarbe an den Blenden auch noch eine Kontrastfarbe bekommen hat. Toll fand ich die Idee von Paul, die Knöpfe in der Kontrastfarbe anzunähen, da wäre ich selbst nicht drauf gekommen und ich habe dem Jäckchen auch einen Knopf in der Kontrastfarbe spendiert. Fotos darf ich erst nächste Woche zeigen, wenn die Anleitung veröffentlicht ist.

Beim Besuch von Paul Knopf muss man jedoch die Öffnungszeiten beachten: Di. & Fr. 9°°- 18°° und Mi. & Do. 14°°- 18°° Uhr

Freitag, 26. Juli 2013

Berlin - ick liebe Dir


Es war allerdings keine Liebe auf den ersten Blick, sondern sie ist über die Zeit gewachsen.

Zunächst war ich immer nur nach geschäftlich in Berlin und habe 1995 dort auch eher zufällig auch den verhüllten Reichstag von Christo und Jeanne-Claude gesehen und ansonsten nur Teile von Kreuzberg und Tempelhof mit dem Ullsteinhaus, in dem sich unsere Berliner Geschäftsstelle befindet.

Privat war ich dann 2004 das erste Mal länger in Berlin, als dort die MoMA Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie stattfand. Zum Glück hatten wir über das Hotel VIP Eintrittskarten mit einen festen Timeslot gebucht, so blieb uns das mehrere Stunden Anstehen erspart. Dort wurde ich erstmals auf die Werke von Gerhard Richter aufmerksam, der dadurch zu meinen Lieblingsmalern wurde.

Letztes Jahr war ich wieder mit meinem Mann in Berlin, aber wir hielten uns überwiegend in Charlottenburg, Kreuzberg und Mitte auf. Besonders hatten es mir die Hackeschen Höfe und die Gegend drumrum angetan und spätestens jetzt hatte Berlin mich ;-)

Letztes Wochenende war ich 4 Tage mit meiner Freundin Anke in Berlin und wir haben zentral in Mitte gewohnt, perfekt als Ausgangspunkt, um auch mal andere Stadtteile, die wir beide noch nicht kannten, zu entdecken. So kamen wir auf unserer Wollshoptour nach Friedrichshain, zum Prenzlauer Berg, nach Wilmersdorf und Zehlendorf. Und auch nach Kreuzberg und Mitte. Mehr dazu noch die nächsten Tage.

Am Freitag waren wir mit Steffi, Marion, Ramona und Gisela zu Kimberly nach Teltow zum Stricken und Schlemmen auf der Terasse eingeladen. Das war bei den sommerlichen Temperaturen einfach perfekt und es war toll meine Berliner Freundinnen zu treffen. Am Samstag Nachmittag und Abend haben Anke und ich mit Marion und Gisela an der Spree abgehangen und waren dann in Mitte beim Inder und anschließend noch einen Cocktail schlürfen.

Am Sonntag Vormittag haben wir dann noch eine Spreefahrt bei strahlendem Sonnenschein gemacht und zum Abschluss Marianne bei Princess Cheesecake getroffen, der Himmel für mich, der Welt größter Käsekuchenfan, um dann wieder mit dem Zug nach Hause zu fahren.

Es waren 4 tolle Tage, die viel zu schnell vorbei waren.

Donnerstag, 25. Juli 2013

Erfrischender Melonen-Fetakäse-Salat


Bei den aktuellen Sommertemperaturen über 30 Grad habe ich keine Lust lange in der Küche zu stehen, sondern mag gerne interessante Salate, die schnell gemacht sind und erfrischen.

Perfekt ist der Melonen-Fetakäse-Salat:

800g Wassermelone würfeln, von Kernen befreien und in eine Schüssel geben. 200g Fetakäse ebenfalls würfeln und dazugeben. Blättchen von 2 Stängeln Minze abzupfen und in Streifen schneiden und mit 4 Esslöffeln Apfelessig und 2 Esslöffeln Olivenöl zu den Würfeln geben, mit etwas frischgemahlenem schwarzen Pfeffer würzen und kurz vermengen.
Mit frischem Weissbrot servieren und geniesen.

Ein schnelles Abendessen für 2 Personen.

Dienstag, 23. Juli 2013

Ich stricke mir einen Frosch

 
Im April hatte ich in Linstow bei Gisela einen gestrickten Frosch gesehen, der mir gut gefallen hat. Alle anderen, die ich zuvor gesehen hatte, waren mir zu plump oder zu kitschig, aber der Frosch von Aanita Wilschut ist nahezu perfekt. Gisela hat mir dazu noch einen Wollmeise Tastie in Grünfink geschenkt, es hätte also los gehen können.

Ich habe allerdings noch ein wenig gezögert, da es die Anleitung nur auf Niederländisch gibt und ich für so diffizile Arbeiten nicht wirklich geeignet bin. Aber letzte Woche habe ich es dann doch gewagt.

Die Anleitung ist sehr detailliert und hat für alle wichtigen Schritte und für einige Techniken Fotos, aus denen gut klar wird, was getan werden soll und wie der werdende Frosch zu unterschiedlichen Fortschrittsstufen aussehen soll. Der Rest ist durch Abkürzungen beschrieben, die in einer Tabelle erklärt werden. Das war auch ziemlich das Einzige, das ich mit etwas Hilfe eines Online-Übersetzungsprogramms übersetzt habe, das Niederländische ist dem Deutschen doch in vielem ähnlich.

Nachdem ich angefangen hatte, konnte ich nicht mehr aufhören, so inspirierend war das Stricken. Ich habe etwa 10 Stunden fürs Stricken gebraucht. Bei den Teilen, die sich wiederholt haben, lief es beim zweiten Mal auch schon flüssiger. Ich habe alles auf dem Nadelspiel gestrickt, mit Magic Loop komme ich persönlich nicht so gut zurecht.

Als Füllmaterial habe ich dann ein Synthetikkissen eines bekannten schwedischen Möbelhause auseinander genommen, das war preiswerter als Füllwatte zu kaufen. Nach zweistündigem Stopfen war Fred dann endlich fertig.

Frösche stopfen ist eindeutig nicht meine Kernkompetenz.

Freitag, 19. Juli 2013

Was nicht passt, wird passend gemacht


Ich habe in den letzten Jahren beim Stricken von Strickjacken gelernt, dass mein Oberkörper nicht unbedingt in die vorgegebenen Größen passt, die eine Anleitung vorsieht. Ich habe abfallende Schultern, die im Verhältnis zum restlichen Körper auch relativ schmal sind.
Mittlerweile schaue ich mir die Schnittzeichnungen mit Maßen in den Anleitungen an und passe sie auf meine Bedürfnisse an.

Ich habe aber noch ein paar Jäckchen, bei denen ich das noch nicht gemacht habe, weil ich mir dessen noch nicht bewusst war. Zwei davon hatte ich bisher kaum an, weil mich die schlechte Passform gestört hat, die ich aber doch gerne noch anziehen würde. Also hilft nur eins: Partiell ribbeln und neu machen.

Ich hatte die ganzen Zeit Bammel, dass ich die vernähten Fäden nicht mehr vernüftig rauskriege und beim entnervten Schneiden was kaputt mache. Meine liebe Freundin Lena liebt solche Herausforderungen und hat am letzten Samstag an meiner geliebten Audrey in Unst, bei der für mich das Armloch zu tief und die Armkugel zu hoch war, zunächst den Icord um den Halsausschnitt erfolgreich abgetrennt und dann den three needle Bind Off an der Schulter und dann 3cm von den Vorderteilen und vom Rückteil geribbelt.

Das Problem an dieser Jacke ist, dass die Ärmel mit verkürzten Reihen von oben nach unten eingestrickt sind und sich nicht so einfach aufziehen lassen. Aber nachdem Lena den Anfang gemacht hat, habe ich am Sonntag ganz mutig weitere 3cm am Körper und auch an den Armkugeln aufgezogen. Dann habe ich die offenen 20 Maschen der Armkugeln abgekettet und alles aufgeribbelte Garn nass gemacht und um Plastikdeckel gewickelt, damit es wieder glatt wird.
Nachdem ich die Vorderteile und das Rückteile, diesmal mit verkürzten Reihen noch Schulterschrängen eingebaut, 3cm hochgestrickt und mit three needle Bind Off geschlossen hatte, blieb nur noch das Festnähen der abgeketteten Ärmelmaschen und ein neuer Icord um den Halsausschnitt - et violá, ein passendes Jäckchen.

Das andere Jäckchen kommt dann nächste Woche dran.

Dienstag, 16. Juli 2013

Herdentrieb


Kaum gibt es eine neue Anleitung von Martina Behm, rollt eine Welle los und erwischt einen früher oder später. Das asymmetrische Dreieckstuch Brickless gibt es zwar schon seit Ende letzten Jahr, war aber zu dieser Zeit nur bei einem Garnhersteller als Aktion erhältlich. Jetzt gibt es die Anleitung aber auch einzeln auf Ravelry zum Kaufen. Geschrieben wurde sie für Worsted Weight Garn, ist aber so universell, dass man das Tuch auch gut aus einem Garn in Sockenwollstärke stricken kann.

Mir hat es gleich gefallen und ich hatte letztes Jahr die Möglichkeit von einer Bekannten einen recht alten Strang Wollmeise Merino in der schönen Farbe Pillars of Fire zu kaufen. Also habe ich vorletztes Wochenende damit begonnen, eigentlich mehr als Mitnahmeprojekt, aber mir hat es so viel Spaß gemacht, dass es letzten Sonntag schon fertig wurde.

Ich habe einen Mustersatz mehr als in der Anleitung beschrieben gestrickt, da das Garn ja auch dünner ist und ich den Strang komplett verstricken wollte. Durch den Anteil an Lochmuster ist es trotz nur 152 Gramm doch einiges größer als die anderen Tücher von Martina Behm, Hitchhiker, Trillian, Lintilla und Magrathea. Ich habe alle Tücher schon gestrickt, da sie perfekt für je einen Strang Multicolor Wollmeisen sind.

Mein Tuch hat eine Spannweite von 2,50m und ist an der breitesten Stelle 45cm tief nach dem Spannen, einfach perfekt.

Montag, 15. Juli 2013

Fruchtiger Linsensalat


Seit dem letzten Jahr mache ich mit wachsender Begeisterung Linsensalat. Linsen habe ich eh in rot, grün und braun immer im Haus und dann kommen je nach Kühlschrankinhalt Gemüse, Obst und Kräuter dran. Ist perfekt, um ihn zu einer Party mitzubringen oder wenn man abends mal nur eine Kleinigkeit essen will und macht immer mehr her als die üblichen Reis- und Nudelsalate.

Hier nun mein Rezept für eine fruchtige Variante:

3 Frühlingszwiebeln putzen und in feine Ringe schneiden. 2 EL Rapsöl im Topf erhitzen und die Frühlingzwiebeln darin kurz anschwitzen. Mit Gemüsebrühe ablöschen und 100g Belugalinsen dazugeben, die Linsen sollten gut mit der Brühe bedeckt sein. Ca. 10 Minuten bei mittlerer Hitze dämpfen. In der Zwischenzeit 2 oder 3 kleine Karotten in kleine Würfel schneiden und 5 Minuten mitdünsten. 6 bis 8 Datteln entkernen, fein würfeln und hinzugeben. Zwischendurch, immer wenn nötig, weiter Gemüsebrühe zugeben, so dass die Linsen immer gut bedeckt sind. Nach 20 Minuten 100g rote Linsen und einen großen Schluck Gemüsebrühe zugeben. 1 rote Paprika entkernen und ebenfalls fein würfeln und nach weiteren 5 Minuten dazugeben. In der Regel sind die Linsen nach weiteren 5 Minuten gar, aber noch nicht ganz weich. Dann vom Herd nehmen und abkühlen lassen. 1 Mango schälen, vom Kern schneiden und fein würfeln und zu den Linsen geben. Mit Saft und abgeriebener Schale einer ungespritzten Zitrone sowie Salz nach Geschmack würzen.

Schmeckt am besten, wenn er ein paar Stunden durchgezogen ist und kann auch bereits am Vortag gemacht und im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Dienstag, 9. Juli 2013

Denkmalschutz meets moderne Architektur


Die unter Denkmalschutz stehende Frankfurter Großmarkthalle steht seit dem Umzug ins neue Frischezentrum im Frankfurter Norden nahe der Autobahn leer.
Die Großmarkthalle entstand 1926 bis 1928 als zentraler Handelsplatz für Obst und Gemüse für Frankfurt und die Umgebung. Der damalige Stadtbaudirektor Martin Elsaesser schuf mit diesem Gebäude den größten freispannenden Eisenbetonbau der Welt in der damaligen Zeit.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat das Gelände der ehemaligen Großmarkthalle gekauft und hat im Jahre 2002 einen internationalen Architektenwettbewerb ausgeschrieben, den das Wiener Architekturbüro Coop Himmelb(l)au  im Jahre 2005 gewann. Seinerzeit waren alle Wettbewerbsbeiträge im Deutschen Architekturmuseum ausgestellt. Ich war erschrocken, wie viele Architekten, die Maßgabe das bestehende und denkmalgeschützte Gebäude in die Planung miteinzubeziehen, sichtbar ignorierten. Außerdem wurde der Lage direkt am Main bei vielen Entwürfen keine Rechnung getragen. In meinen Augen hat der Gewinner des Wettbewerbs die Aufgabe am besten verstanden und in seiner Planung umgesetzt.

Und jetzt gehen die Bauarbeiten in die letzte Runde. Es entsteht ein gläsernes Hochhaus in Form eines 185 Meter hohen Doppelbüroturms, der über ein Eingangsbauwerk mit der Großmarkthalle verbunden wird. Es handelt sich um ein "Haus im Haus-Prinzip". Die vorhandene Bausubstanz der Halle wird dabei saniert, aber erhält ihre alte Struktur und ihren Stil zurück. Somit entsteht eine Verbindung zwischen Alt und Neu, historischer und moderner Architektur.

Außerdem wurde Wert gelegt auf den schonenden Umgang mit Energie-und Trinkwasserressourcen für ein nachhaltiges Gebäude. Der Neubau soll so 30 Prozent weniger Energie benötigen, als es die Energieeinsparverordnung 2007 verlangt. Des Weiteren sollen Grünanlagen rund um das Gebäude entstehen, die teilweise schon gepflanzt wurden. Somit entsteht eine große, begrünte Landschaft.


Und wieder erhält Frankfurt ein weiteres markantes Hochhaus in seiner bekannten Skyline.

Samstag, 6. Juli 2013

Gänseblümchen


Ich durfte wieder Teststricken, dieses Mal Hanna Maciejewskas neues Design Spring is Pink. Eine wunderschöne Strickjacke im Daiystitch. Bei diesem Muster werden in Hinreihen abwechselnd eine Masche rechts und drei Maschen zusammengestrickt, ein Umschlag und nochmal die drei Maschen zusammengestrickt, also 3 Maschen aus 3 Maschen. Die Rückreihen sind links und in der nächsten Hinreihe wird das Muster versetzt. Das sieht hübsch aus, geht natürlich nicht so schnell wie glatt rechts und das Gestrick ist auch dicker.

Als Garn habe ich Coast doppelfädig verstrickt, ein Garn aus 55% Wolle und 45% Baumwolle. Zunächst hatte ich etwas Bedenken, dass das Muster nicht plastisch genug wird, aber dann war ich doch zufrieden. Die Jacke wird mit provisorischem Anschlag ohne Naht von oben nach unten gestrickt. Die Ärmel habe etwas abwandelt und habe ein Dreieck aus Daisystitches am Bündchen gestrickt statt der diagonalen Linien, die die Anleitung vorsieht.

Alle weiteren Infos wieder auf meiner Ravelry Projektseite.

Da Pink ja so ziemlich die einzige Farbe ist, die ich weder mag, noch die mir steht, habe ich ein Türkis gewählt. Ich habe inzwischen meinen Stash auch noch mit anderen Garnen in Türkistönen aufgefüllt. Sieht so aus, als hätte ich die gelbe Phase hinter mir ;-)

Freitag, 5. Juli 2013

Wien kulinarisch


Als Mensch, der gutes Essen und Trinken in schöner Atmosphäre oder kuriosen Orten liebt, habe ich für Euch ein paar nette Adressen in Wien.

Fangen wir mal mit den Cafés an. Da wäre als Erstes das Café Drechsler nahe dem Naschmarkt. Dort haben wir den Mittagstisch genutzt, da der Flieger schon sehr früh ging und der Magen um die Mittagszeit in den Kniekehlen hing. Es gab Rahmspinat mit Spiegelei und Rösti und wahlweise eine Suppe vorweg oder ein Dessert hinterher. Wir haben uns für das Dessert entschieden, ein Mohn-Topfelschmarrn mit marinierten Himbeeren, lecker! Das Café Drechsler hat fast rund um die Uhr geöffnet, hat nur nachts zwischen 2 und 3Uhr geschlossen. Nette Atmosphäre, leckeres Essen und freundliche Bedienung.

Eine Verlegenheitslösung wegen runder Füße war das RadioCafé um die Ecke von der Laufmasche. Kaffee gut, die Topfentorte schmeckt intensiv nach nichts, sollte man sich sparen. Innen recht spartanisch, außen ganz schön zu sitzen. Interessant fand ich die rechteckigen Holzkästen, die auf jedem Tisch standen. Beim Öffnen offenbarte sich der Inhalt: Besteck und Servietten, hatte ich zuvor noch nie so gesehen.

Am nächsten Tag sind wir Dank Vorstellung im Reiseführer im ODC-Orlando di Castello an der Freyung gelandet. Überwiegend weiss mit etwas rot und modern gestaltet gibt es hier unter anderem feine Patisserie zu entdecken. Hat auch einen stylischen großen Aussenbereich.

Als Einstimmung auf den Abend haben wir uns einen Aperolsprizzer im Café Korb genehmigt. Außen recht nett, aber da kein freier Platz in Sicht war, sind wir rein gegangen und haben uns 40 Jahre zurückversetzt gefühlt, echt Vintage und mit alten Zeitungsausschnitten an den Wänden und einem älteren Ober mit Weste, der so schön vor sich hingrantelte, das hat Charme.

Klassich geht es hingegen im Café Griensteidl direkt an der Hofburg daher. Da mir eine klassische Sachertorte zu mächtig war, habe ich mich für eine Malakofftorte entschieden und das war kein Fehler. Die würde ich gerne mal nachbacken, muss mich mal nach einem guten Rezept dafür umsehen. Ein Kaffeehaus, wie man es sich vorstellt und trotz der zentralen Lage nicht überfüllt.

Eine Institution seit 1902 ist Trzesniewski direkt gegenüber vom Café Hawelka, dort gibt es seitdem exakt die gleichen 21 Sorten Eiersalatschnittchen und dazu ein 0,1l kleines Bier namens Pfiff. Das sollte man sich wirklich nicht entgehen lassen.

Am ersten Abend haben wir in einer Parallelstrasse der bekannten Einkaufsstrasse, der Mariahilfer Strasse, ein nettes Lokal gefunden, das Kontra.punkt. Dort gibt es keine Karte, sondern der Koch kocht eine drei- bis fünfgängiges Überraschungsmenü, je nach Marktlage. Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und freundlicher und kompetenter Service. Hat uns gut gefallen.

Klassische Wiener Küche gibt es im Gasthaus Huth. Dort waren wir auch schon mal beim letzten Wienbesuch. Gutes Essen, aber das nächste Mal würde ich mir für mein Wiener Schnitzel eine urigere Gaststätte aussuchen. Mittlerweile haben sie gegenüber noch ein Grilllokal und ein italienisches Lokal aufgemacht, das ist mir zu kommerziell gemacht.

Den Urlaub haben wir dann im Gaumenspiel im 7. Bezirk ausklingen lassen. Sehr nettes Ambiente, tolles Essen, sowohl kreativ als auch handwerklich ausgezeichnet, sehr passende Weinbegleitung, nicht umsonst auch vom Gault Millau empfohlen. Im Vergleich zu den hohen Frankfurter Preisen, recht moderat. Wir haben uns dort sehr wohl gefühlt und werden sicher beim nächsten Wienbesuch wieder dorthin gehen. Erwähnenswert ist auch noch ein wunderschöner Garten im Innenhof, aber so warm war es abends dann doch leider nicht mehr.

Donnerstag, 4. Juli 2013

One Skein Wonders


Zu unserem Wienbesuch musste natürlich auch Strickzeug mit, einfach unproduktiv rumsitzen ist nicht ;-)

Das erste Projekt, der Cowl Song of the Sea von Louise Zass-Bangham, ist ein Pattern, das ich schon etwas länger in meiner Ravelry Queue hatte und jetzt hat die Designerin einen KAL dazu gestartet. Also tief in meinem Stash getaucht und ein Schätzchen ausgegraben, das 4 Jahre kein Tageslicht gesehen hat: Squoosh Fiberarts Merino Cashmere Sock in der Farbe Evergreen. Bisher hatte ich nie das passende Projekt dafür gefunden und jetzt war es einfach da.

Auf das zweite Projekt hat Kiki mich gebracht, ein luftiger Häkelschal aus Norogarn der Strawberry Lace Scarf aus dem Buch Crochet Noro. Das Garn, Noro Taiyo Sock, habe ich mir im Mai aus Amsterdam mitgebracht. Eigentlich sollte es ja nur das Notfallprojekt sein, falls das erste fertig ist und mir noch langweilig ist, aber einmal damit angefangen, konnte ich nicht mehr aufhören. Gehäkelt war es bis zur Heimkehr, die Fransen wurden dann noch zuhause dran geknotet.

Der Cowl, der ins Hintertreffen geriet, ist dann aber verspätet am Montag Abend fertig geworden.

Hier und hier die weiteren Infos auf den jeweiligen Ravelry Projektseiten.

Beide Pattern eignen sich perfekt für Urlaub oder Wochenende und die Ergebnisse geben prima Geschenke ab... wenn man sich davon trennen kann.

Mittwoch, 3. Juli 2013

Wolken. Welt des Flüchtigen


Blindprägung auf Blei von Bernhard Tagwerker, Installation aus Supermarkttüten von Dodi Reifenberg und Acrylbild von Howrad Kanowitz
Das ist der Titel einer großartigen Ausstellung im Leopoldmuseum in Wien, die am Montag leider schon zu Ende ging. Wir hatten gerade noch Glück, sie letzte Woche besuchen zu können.

Sie zeigte in 12 Kapiteln und mit überraschendem Facettenreichtum Wolkenbilder und -installationen von 1800 bis heute.

Ich bin das Kind aus Luft und Wind,
die Tochter von Wasser und Erde;
ich trotze der Zeit mit Unsterblichkeit,
weil ich ewig vergehe und werde.

Percy Bysshe Shelley, The Cloud, 1820

Interessant war auch die Ausstellungsinstallation "Wolkenband", halbhohe weisse Vitrinen quer durch einige Räume mit Unterbrechungen, in denen Hunderte von Plattencovern lagen.

Ölgemälde von Adalbert Stifter, Eugéne Louis Boudin, Karl Suschnik und René Magritte
4-teiliges Bild von Gerhard Richter, Ausschnitt aus einem Film von 1902 und Silbergelantineabzug der Keystone View Company von 1933
Temperabild von Rudolf Hauser, Druck auf Albuminpapier von Giorgio Sommer vom Ausbruch des Vesuvs vom 26.04.1872 und Nachbildung der Installation Silver Clouds von Andy Warhol aus dem Jahr 1966


Dienstag, 2. Juli 2013

4 Tage Wien


Es war mal wieder ein kleiner Städtetrip fällig und die Wahl fiel auf Wien. Der letzte Besuch war schon 6 Jahre her. Mit dem Flieger ist man in anderthalb Stunden dort und der City Airport Express bringt einen direkt in die City. Erst mal den Koffer im Hotel abstellen und dann orientieren.

Der erste Spaziergang bringt uns von Mariahilf nach Wieden und zu einem Abstecher bei Babette's, einem kleinen feinen Kochbuchladen mit der Möglichkeit zu einem Kaffee und wöchentlich wechselnden Kleinigkeiten zum Essen. Im Viertel wurde gerade fürs Wochenende ein Strassenfest aufgebaut.

Dann weiter zum Wollladen meiner Begierde, Laufmasche in der Argentinierstrasse. Nettes unaufgeregtes Ambiente und eine wirklich tolle Auswahl an Garnen aus aller Welt, die man nicht überall kriegt. Man darf alles anfassen und es gibt viele Probeläppchen, denn gerade die feinen Itogarne wirken so noch mal ganz anders als auf den Knäuelchen oder Konen.

Weiter gehts durch Viertel mit interessanten Secondhand- und Antikgeschäften. Über einen großen Schlenker wieder ins Hotel und später zum Abendessen.

Am nächsten Tag dann zum Museeumsquartier und ins Leopoldmuseum mit einer großartigen Sonderausstellung zum Thema Wolken, aber dazu morgen mehr. Der ein oder andere Kaffeehausbesuch auf einem Spaziergang durch die Altstadt schließt sich an. Das Wetter ist perfekt für die Erkundung der Stadt zu Fuß. Am Abend dann ein perfektes Wiener Schnitzel mit Kartoffelsalat und einem Zwickelbier.

Der Samstag beginnt mit einem Schlenker durch Spittelberg zum Naturhistorischen Museum. Das Museum ist als Gebäude schon allein einen Besuch wert und an den in historischen Vitrinen ausgestellen Exponaten kann ich mich nicht genug satt sehen. Die systemische Minaraliensammlung füllt allein 4 große Säle, ein Saal ist einer Meteoritenausstellung mit moderner Medienunterstützung gewidmet und im ersten Stock ist ein umfangreiche Sammlung von Tierexponaten zu sehen, von denen mich vor allem die vier Sälen mit den Vögeln begeistert haben.

Anschließend ist Füße ausruhen angesagt. Was bietet sich da Besseres an als eine obligatorischen Stadtrundfahrt im oben offenen Hop-On-Hop-Off-Bus, das gibt einen schönen und entspannten Überblick über die Stadt und versorgt einen mit den passenden Informationen dazu. Der Abend schließt sich dann mit einem wunderbaren Menü und passender Weinbegleitung an.

Am Sonntag geht es dann schon wieder heim, aber 4 Tage an Eindrücken müssen erst mal verarbeitet werden.