Freitag, 5. Juli 2013

Wien kulinarisch


Als Mensch, der gutes Essen und Trinken in schöner Atmosphäre oder kuriosen Orten liebt, habe ich für Euch ein paar nette Adressen in Wien.

Fangen wir mal mit den Cafés an. Da wäre als Erstes das Café Drechsler nahe dem Naschmarkt. Dort haben wir den Mittagstisch genutzt, da der Flieger schon sehr früh ging und der Magen um die Mittagszeit in den Kniekehlen hing. Es gab Rahmspinat mit Spiegelei und Rösti und wahlweise eine Suppe vorweg oder ein Dessert hinterher. Wir haben uns für das Dessert entschieden, ein Mohn-Topfelschmarrn mit marinierten Himbeeren, lecker! Das Café Drechsler hat fast rund um die Uhr geöffnet, hat nur nachts zwischen 2 und 3Uhr geschlossen. Nette Atmosphäre, leckeres Essen und freundliche Bedienung.

Eine Verlegenheitslösung wegen runder Füße war das RadioCafé um die Ecke von der Laufmasche. Kaffee gut, die Topfentorte schmeckt intensiv nach nichts, sollte man sich sparen. Innen recht spartanisch, außen ganz schön zu sitzen. Interessant fand ich die rechteckigen Holzkästen, die auf jedem Tisch standen. Beim Öffnen offenbarte sich der Inhalt: Besteck und Servietten, hatte ich zuvor noch nie so gesehen.

Am nächsten Tag sind wir Dank Vorstellung im Reiseführer im ODC-Orlando di Castello an der Freyung gelandet. Überwiegend weiss mit etwas rot und modern gestaltet gibt es hier unter anderem feine Patisserie zu entdecken. Hat auch einen stylischen großen Aussenbereich.

Als Einstimmung auf den Abend haben wir uns einen Aperolsprizzer im Café Korb genehmigt. Außen recht nett, aber da kein freier Platz in Sicht war, sind wir rein gegangen und haben uns 40 Jahre zurückversetzt gefühlt, echt Vintage und mit alten Zeitungsausschnitten an den Wänden und einem älteren Ober mit Weste, der so schön vor sich hingrantelte, das hat Charme.

Klassich geht es hingegen im Café Griensteidl direkt an der Hofburg daher. Da mir eine klassische Sachertorte zu mächtig war, habe ich mich für eine Malakofftorte entschieden und das war kein Fehler. Die würde ich gerne mal nachbacken, muss mich mal nach einem guten Rezept dafür umsehen. Ein Kaffeehaus, wie man es sich vorstellt und trotz der zentralen Lage nicht überfüllt.

Eine Institution seit 1902 ist Trzesniewski direkt gegenüber vom Café Hawelka, dort gibt es seitdem exakt die gleichen 21 Sorten Eiersalatschnittchen und dazu ein 0,1l kleines Bier namens Pfiff. Das sollte man sich wirklich nicht entgehen lassen.

Am ersten Abend haben wir in einer Parallelstrasse der bekannten Einkaufsstrasse, der Mariahilfer Strasse, ein nettes Lokal gefunden, das Kontra.punkt. Dort gibt es keine Karte, sondern der Koch kocht eine drei- bis fünfgängiges Überraschungsmenü, je nach Marktlage. Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und freundlicher und kompetenter Service. Hat uns gut gefallen.

Klassische Wiener Küche gibt es im Gasthaus Huth. Dort waren wir auch schon mal beim letzten Wienbesuch. Gutes Essen, aber das nächste Mal würde ich mir für mein Wiener Schnitzel eine urigere Gaststätte aussuchen. Mittlerweile haben sie gegenüber noch ein Grilllokal und ein italienisches Lokal aufgemacht, das ist mir zu kommerziell gemacht.

Den Urlaub haben wir dann im Gaumenspiel im 7. Bezirk ausklingen lassen. Sehr nettes Ambiente, tolles Essen, sowohl kreativ als auch handwerklich ausgezeichnet, sehr passende Weinbegleitung, nicht umsonst auch vom Gault Millau empfohlen. Im Vergleich zu den hohen Frankfurter Preisen, recht moderat. Wir haben uns dort sehr wohl gefühlt und werden sicher beim nächsten Wienbesuch wieder dorthin gehen. Erwähnenswert ist auch noch ein wunderschöner Garten im Innenhof, aber so warm war es abends dann doch leider nicht mehr.

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