Freitag, 24. Mai 2013

Farbberatung, die Zweite


Ich interessiere mich für Farben seit ich denken kann. Als Jugendliche habe ich allerdings fast nur Blau getragen, später wurde dann Braun und Beige interessanter für mich und dann habe ich mich farbtechnisch ausgetobt in den Farben, die gerade aktuell waren.

In den Neunzigern habe ich dann von Farbtypen gehört, unterschieden in 4 Typen, nach den 4 Jahreszeiten. Ich habe natürlich auch versucht, mich nach den angegebenen Merkmalen einzuordnen und beschlossen, dass ich ein Herbsttyp sein muss. 1995 habe ich dann von meinem Schatz eine professionelle Farbberatung geschenkt bekommen. Ich war sehr verblüfft, dass ich wirklich sehen konnte, dass sich mein ungeschminktes Gesicht veränderte, je nachdem, welchen Stoff in welcher Farbe mir die Beraterin umhängte, ohne dass ich die Farbe selbst sehen konnte, da ich sehr nahe an einem Spiegel mit Tageslichtlampe saß.

Ich war allerdings etwas enttäuscht vom Ergebnis, da ich ein Mischtyp aus Frühling und Herbst sei und vom Frühling nicht die hellen und vom Herbst nicht die dunklen Farben tragen solle. Also habe ich mir einen  Trenchcoat in einem helleren Grün meiner Farbpalette gekauft ... und habe ich ihn so gut wie nie getragen.

In den folgenden Jahren habe ich mich schon ein wenig nach meiner Farbpalette gerichtet, aber nur noch Sachen in Farben gekauft, die mir auch gefallen haben, so auch Schwarz, obwohl ich das angeblich nicht tragen sollte, war mir aber egal.

Im Laufe der Jahre hat sich auch bei der Philosophie der Farbberatung einiges getan und es gibt mittlerweile eine feinere "Einteilung" in 12 oder 24 Typen oder individuell anhand des sogenannten Confident Systems.

Lange Rede, kurzer Sinn, ich habe diese Woche eine zweite Farbberatung bei Color me perfect gemacht.
Dort ist meine Farbwelt erneut ins Wanken geraten: Ich brauche zwar warme Farben, aber nicht ausschließlich, ich brauche vor allem klare Farben, die mich frischer und jünger aussehen lassen und das ist wirklich fast das Gegenteil von den gedeckten warmen Farben, die ich in den letzten Jahre trage. Und, ich darf Schwarz tragen und warme Grautöne, das ist doch schon mal was.

Aber was mir auch vermittelt wurde, ich kann meine Sachen weiterhin tragen, aber sollte sie mit klaren Farben kombinieren. Es gibt ausserdem so viele Faktoren, die die Farbwirkung beeinflussen, wie Lichtverhältnisse, Jahreszeiten, Tageszeiten, Texturen und Materialien. Letzten Endes bringt es mich dazu, offener gegenüber Farben zu sein, von denen ich bisher gehauptet habe, ich könne sie nicht tragen. Und ich werde auch weiterhin keine Farben tragen, die ich sowieso nicht mag.

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